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Parkspaziergang

Uetersener Nachrichten 13.07.2015

300 Gäste lockte es in privaten Garten
Haseldorfer Schlosspark: Landschaftsführerin Annegret Hamster führte zu geheimen Plätzen

Haseldorf. „So voll ist die Kirche an zwei Gottesdiensten an Heiligabend nicht“, sagte Annegret Hamster beeindruckt. Mit so vielen Menschen hatte sie nicht gerechnet. Rund 300 Interessierte wollten sich den privaten Teil des ansonsten unzugänglichen Haseldorfer Schlossparks ansehen.

Anlässlich der 825-Jahr-Feier der Gemeinde Haseldorf hatte sich Besitzer Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden bereit erklärt, seinen Privatgarten für die Öffentlichkeit zu öffnen. Er selbst ließ es sich nicht nehmen, an dem Rundgang, der von der St. Gabriel-Kirche aus am Herrenhaus vorbei über den Burggraben zum Familien-Mausoleum und zurück zur Kirche führte, teilzunehmen.
Die Haseldorf-Kennerin und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Hamster empfing die Besucher in der St. Gabriel-Kirche. Sie wies auf die ältesten Gegenstände des 1195 erstmalig erwähnten Gotteshauses hin: ein Relief des Gekreuzigten aus dem frühen 13. Jahrhundert und eine Bronzetaufe aus dem Jahr 1445. „Alles andere stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Vorher hatten die Truppen Wallensteins hier alles zerstört und geschändet“, wusste Hamster zu berichten. In lebendiger und humorvoller Weise weihte sie ihre Zuhörer in die wechselvolle Geschichte der Gemeinde und ihrer Adelsfamilie ein. Höhepunkt des Rundgangs war der Besuch des unter Denkmalschutz stehende Mausoleums. In der Grabstätte, die der dänische Landbaumeister Jörgen Peter Jörgensen nach dem Vorbild italienischer Renaissance erbaut hat, haben sechs Familienmitglieder ihre letzte Ruhestätte gefunden – darunter auch die Eltern des Dichterprinzen Emil von Schoenaich-Carolath-Schilden.

Viele Parkbesucher waren beeindruckt und verzaubert vom alten Baumbestand, zu dem Besonderheiten wie eine geschlitztblättrige Rotbuche, eine Robinie, eine Blumenesche, eine Stieleiche und eine Gartenmagnolie zählen. Einige der Bäume - beispielsweise die sogenannten Klopstock-Linden – erzählen ihre eigene Geschichte. Unter ihnen soll Klopstock seinen Messias geschrieben haben. Die Teilnahme am Schlosspark-Besuch kostete fünf Euro. Von dem Geld möchte Annegret Hamster, die sich mit der Gemeinde Haseldorf verwurzelt fühlt, Maulbeerbäume und einen Japanischen Kirschapfelbaum kaufen. Nach Absprache mit dem Prinzen sollen die Gewächse dann im Herbst im öffentlichen Teil des Parks gepflanzt werden.

Uetersener Nachrichten, 13.07.2015, von Uta Habekost

Anlässlich der Haseldorfer 825 Jahrfeier hatte Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden den privaten Teil seines Parks geöffnet. Annegret Hamster führte durch den Park.

Foto Andrea Stange, Wedel-Schulauer Tageblatt